Gemeinsam für den Nachwuchs: Wirtschaft und Schulen im Austausch

10. Netzwerktreffen der Wirtschaftsförderung der Verbandsgemeinde Kirchen bringt Unternehmen und berufsbildende Schulen zusammen – Praktika und Ausbildungsplätze im Mittelpunkt

Kirchen. Wie gelingt es, junge Menschen frühzeitig für die Berufswelt zu begeistern? Wie können Unternehmen ihre Ausbildungsangebote besser sichtbar machen? Und welche Rolle spielen Praktika bei der Berufsorientierung? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich das mittlerweile 10. Unternehmensnetzwerktreffen der Wirtschaftsförderung der Verbandsgemeinde Kirchen.

Die Wirtschaftsförderung hatte dazu Unternehmen aus der Verbandsgemeinde Kirchen sowie Vertreter der berufsbildenden Schulen aus Wissen und Betzdorf eingeladen. „Wir wollen die Unternehmen und die Schulen noch enger miteinander vernetzen. Gerade beim Thema Ausbildung und Praktika ist es wichtig, dass die Wege kurz und die Ansprechpartner persönlich bekannt sind“, so Tim Kraft, Leiter der Wirtschaftsförderung. 

Gastgeber war die Halbe Immobilien GmbH, die ihre neuen Räumlichkeiten in den ehemaligen Maul-Hallen in Kirchen für das Treffen zur Verfügung stellte.

Im Mittelpunkt stand vor allem der persönliche Austausch zwischen den Unternehmen und den Schulen. Denn beide Seiten verfolgen ein gemeinsames Ziel: jungen Menschen berufliche Perspektiven in der Region aufzuzeigen und gleichzeitig den Unternehmen den Zugang zu potenziellen Nachwuchskräften zu erleichtern.

Von der Berufsbildenden Schule in Wissen waren Schulleiter Burkhard Schneider und vom Berufsorientierungsteam der Schule Carina Hussing vertreten.

Die Berufsbildende Schule in Betzdorf wurde durch ihren neuen Schulleiter Peter Eisel und Berufswahlkoordinatorin Silke Groß repräsentiert. Peter Eisel unterstrich die Bedeutung dieses Austauschs: „Berufsorientierung funktioniert besonders gut, wenn Theorie und Praxis zusammenkommen. Deshalb ist der direkte Kontakt zu den Betrieben für unsere Schülerinnen und Schüler von großer Bedeutung.“ 

Ein Schwerpunkt lag auf der Bedeutung von Praktika. „Ein Praktikum ist häufig der erste konkrete Kontakt zwischen einem jungen Menschen und einem Unternehmen. Sie ermöglichen Schülerinnen und Schülern den Arbeitsalltag unmittelbar zu erleben. Wenn dieser Kontakt gut funktioniert, kann daraus ein Ausbildungsplatz entstehen“, betonte Schulleiter Burkhard Schneider.

Auch für Unternehmen bieten Praktika große Chancen. Sie können jungen Menschen ihren Betrieb vorstellen, Berufsbilder greifbar machen und gleichzeitig frühzeitig potenzielle Auszubildende kennenlernen.

Carina Hussing sieht dabei insbesondere die persönliche Begleitung als wichtigen Faktor: „Die Schülerinnen und Schüler brauchen Ansprechpartner, die ihnen Möglichkeiten aufzeigen und ihnen Mut machen, auch einmal einen Beruf auszuprobieren, den sie vielleicht noch nicht auf dem Radar hatten. Vor allem dann ist die Unterstützung wichtig, wenn sie schulmüde geworden sind, dass sie mit den eigenen Händen etwas erschaffen können. Das versuchen wir den Schülern bestmöglich mitzugeben.“

Gerade in dieser Verbindung liegt ein wesentlicher Vorteil der Zusamenarbeit. Die Schulen kennen die Jugendlichen, ihre Interessen und ihre schulischen Voraussetzungen. Die Unternehmen wiederum können aus erster Hand vermitteln, welche Tätigkeiten und Anforderungen die jeweiligen Berufe mit sich bringen.

Auch Berufswahlkoordinatorin Silke Groß hob die Schnittstellenfunktion zwischen Schule und Wirtschaft hervor: „Wir möchten die Unternehmen noch stärker als Partner in die berufliche Orientierung einbinden. Je konkreter die Jugendlichen einen Beruf kennenlernen können, desto besser können sie ihre eigene Entscheidung treffen.“ 

Für die teilnehmenden Unternehmen geht es dabei nicht allein darum, freie Ausbildungsplätze zu besetzen. Vielmehr stellt sich die Frage, wie Jugendliche überhaupt auf die verschiedenen Berufsbilder aufmerksam werden und welche Möglichkeiten ein regionaler Ausbildungsbetrieb bietet.

„Für uns als Unternehmen ist es wichtig, nicht erst dann mit Jugendlichen in Kontakt zu kommen, wenn sie bereits einen Ausbildungsplatz suchen. Wir möchten frühzeitig zeigen, was unser Unternehmen und unsere Ausbildungsberufe zu bieten haben. Der direkte Austausch mit den Schulen hilft uns dabei enorm.“, so der Gastgeber David Halbe, welcher sich aus dem Austausch eine engere Zusammenarbeit mit den Schulen erhofft.

Für die Wirtschaftsförderung ist die Vernetzung ein wichtiger Baustein, um die Unternehmen der Verbandsgemeinde bei der Nachwuchsgewinnung zu unterstützen und gleichzeitig jungen Menschen Perspektiven in der heimischen Wirtschaft aufzuzeigen.

„Wir müssen Jugendlichen zeigen, dass gute berufliche Perspektiven nicht irgendwo weit entfernt liegen, sondern direkt vor ihrer Haustür zu finden sind“, so Riccarda Vitt, welche gemeinsam mit den regionalen Schulen und den Unternehmen die Seite wfk-sieg.de/unsere-unternehmen.html weiter ausbauen möchte. Die Seite soll Praktikanten/Auszubildende und Unternehmen der Verbandsgemeinde Kirchen zusammenbringen. Bei Interesse können weitere Unternehmen per Mail an wfk@kirchen-sieg.de aufgenommen werden.

 

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