Die neue Auslibdung zum/r Heilerziehungspfleger/in in Zeiten von Corona aus Schülersicht

Die Disziplin als Schlüssel zum Erfolg

Eine Ausbildung ist immer eine Zeit des Umbruchs, ein neuer Lebensabschnitt. Aber eine Ausbildung in Zeiten von Corona stellt uns alle nochmal vor ganz neue Herausforderungen. Neun Auszubildende aus den Einrichtungen der Lebenshilfe haben im August 2020 ihre Ausbildung der Heilerziehungspflege begonnen. Es ist der erste Ausbildungsjahrgang dieser Fachrichtung an der BBS Wissen – eine Neuheit ganz unabhängig von Corona.

Wie in vielen sozialen Berufen ist auch in unsere Klasse eine große Altersspanne vertreten. Neben den dadurch sowieso auftretenden Schwierigkeiten, die beispielsweise durch unterschiedlicher Lernniveaus auftreten, muss sich jetzt neben Lernen und Videokonferenzen, auch so manch einer um das Homeschooling der Kinder kümmern.

E-Learning, Videokonferenzen, Gruppenarbeit auf Distanz, beinah täglich neue Maßnahmen und Regelungen in den Betrieben. All das gehört zu den neuen Umständen unserer Ausbildung. Auch wenn es manchmal schwierig ist, die Aufgaben online und ohne den Austausch vor Ort zu bearbeiten, können wir uns glücklich schätzen, dass wir uns dabei auf ein gut organisiertes Netz von Betrieb, Schule und Klassengemeinschaft stützen können. Das E-Learning wird uns definitiv über die Lernplattform „Teams“ erleichtert, und war von Beginn der Ausbildung an gut durch die Schule vorbereitet, sodass wir für den aktuellen Lockdown und der damit einhergehenden Schulschließung immer perfekt gewappnet waren.

Im Austausch mit unserer Klassenlehrerin Frau Spohr wurde dies auch nochmal deutlich: Sie sieht durch die Lernplattform weiterhin ein hohes Niveau für den theoretischen Teil der Ausbildung gewährleistet. Durch die Möglichkeit der Videokonferenz und der digitalen Gruppenarbeit können wir den Online-Unterricht abwechslungsreich gestalten und unsere Klassengemeinschaft weiter stärken. Im Falle unserer Klasse kann man auch hervorheben, dass es wirklich gut funktioniert und gleichzeitig unsere digitalen Kompetenzen stärkt, was heutzutage nur von Vorteil ist.

Natürlich gibt es auch negative Aspekte, denn manche Übungen lassen sich einfach nicht über einen Bildschirm durchführen. Ebenso fallen aktuell Kooperationstreffen und Betriebsbesuche aus und der Theorie-Praxis-Transfer ist erschwert. Aber im Großen und Ganzen wurde hier wirklich eine tolle Lösung gefunden und wir haben nicht das Gefühl, dadurch einen Nachteil zu haben.

Natürlich machen sich die neuen Umstände durch Corona auch in den Einrichtungen bemerkbar. Die Einschränkungen in den Möglichkeiten der Freizeitgestaltungen fordern auch von uns Auszubildenden einen Großteil an Kreativität. Wie gestalte ich den tristen Corona-Alltag farbenfroh für die Bewohner? Wie lasse ich keine Langeweile aufkommen, wenn die meisten Freizeitangebote gestrichen sind? Aber auch das ist unserer Meinung nach eine weitere Kompetenzerweiterung, die uns hilft, schwere Situationen im Alltag zu überwinden. Gleichzeitig hat zumindest ein Großteil von uns auch durch die Einschränkungen erst die Möglichkeit, die Klienten viel intensiver kennenzulernen.

Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Ausbildung in Zeiten von Corona ist wohl neben Selbstdisziplin und einer hilfsbereiten Klassengemeinschaft, ein engagiertes Lehrerkollegium und ein positives Arbeitsumfeld. Wir können von Glück reden, dass wir über all das verfügen. Trotz aller neuen Herausforderungen und Einschränkungen denken wir, dass wir alle gestärkt aus dieser Situation herausgehen werden. Wir lernen schnell auf Veränderungen zu reagieren, wir lernen, uns selbst zu disziplinieren, wir lernen, uns selbst Dinge zu erschließen, wir lernen, die kleinen Dinge im Leben zu schätzen. Aber vor allem können wir dankbar sein, solch einen krisenfesten und wichtigen Beruf erlernen und auch in dieser Zeit ausüben zu können.

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